Mittwoch, 23. Dezember 2009
Immortal
Aber dies alles kann sich nicht am Wunder messen,
womit Dein Speichel mich bezwingt,
der ätzend, wirbelnd in die Seele dringt,
sie reulos eintaucht ins Vergessen,
bis sie an Todesufern kraftlos niedersinkt.


Charles Baudelaire: Das Gift, aus: Die Blumen des Bösen [Originaltitel: Le Fleurs du Mal, 1861]

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Sonntag, 22. November 2009
Ostsee
Schon seit vielen Jahren wollte ich unbedingt einmal alleine Urlaub an der Ostsee machen. Endlich bot sich dazu mal eine Gelegenheit.

Wen es wirklich interessiert, wie es war, der kann ein wenig durch die kleine Tagebuchaufzeichnung schmökern.

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Sonntag, 25. Oktober 2009
Die unterträgliche Leichtigkeit der SD-Karte
Ein Besuch bei der lieben Familie verspricht stets Spannung und Freude, so auch dieses Mal. Gar zu oft schaffe ich einen Besuch ja nicht, aber jedes Mal freut man sich über mein Kommen sehr - ich mich natürlich auch und das liegt nicht nur an dem guten Essen, das pünktlich zur Mittagszeit auf dem Tisch steht.

Mein Herr Vater und ich sind leidenschaftliche Mosaik-Leser. So verspricht mein Besuch 1x im Monat eine neue Ausgabe, die ich gleich gierig verschlinge. Heute blieb mir das leider anfangs verwehrt. Gerade, als ich mich in freudiger Erwartung mit der Ausgabe an den Küchentisch setzte, wurde ich in die Wohnstube gerufen. Er habe mir etwas viel spannenderes zu zeigen. Ich wußte nicht genau, was ich davon halten sollte, aber brav trottete ich ins Wohnzimmer. Er hielt mir seinen Laptop vor die Nase, als hätte ich ihn noch nicht gesehen, obgleich ich auch dieses Exemplar mein Eigen nenne. Verwundert starrte ich ihn an, dann bemerkte ich, daß meine Aufmerksamkeit dem SD-Slot gelten sollte.

Darin befand sich die Speicherkarte aus der DigiCam. Frau Mutter wollte die Daten auf den Laptop überspielen. Die kleine Karte alleine paßte zwar in den Slot, fand dort aber keinen Halt und fiel wieder heraus. Sie besann sich danach, daß es dafür ja eine Art Adapter gibt, suchte und fand ihn auch zugleich. [Mütter sind sehr gute Sucher und Finder.] So recht drängte sich ihr die richtige Variante nicht auf, also probierte sie ein wenig durch, wie herum denn nun die Speicherkarte und Verlängerung zu kombinieren sind, damit es in den SD-Slot paßt. Leider hielt sie das Ende ohne Öffnung für jenes, an welchem sie die Karte reinschieben und wieder rausziehen kann. Die Variante, bei der die Speicherkarte richtig in der Verlängerung steckt, fruchtete so natürlich nicht, also steckte sie die Speicherkarte andersherum in die Verlängerung und versuchte es erneut. Siehe da, diesmal rastete es ein!

Soweit, sogut. Beim Rausziehen staunte sie nicht schlecht, als sie auf einmal nur noch die Verlängerung in der Hand hielt. Herr Vater mußte prompt zur Hilfe eilen. Er versuchte sich mit der Mechanik, holte Schraubenzieher und Nadeln, hebelte, zog und drückte vergeblich. Auch die Variante mit Klebestreifen, an der die Speicherkarte heften bleiben sollte, war vergebens. Bevor er zum Uhu-Alleskleber greifen konnte, traf glücklicherweise ich ein, wurde meiner Mosaik-Freude auf später vertröstet und sollte mit einem goldenen Einfall das Ganze retten können.

Ich griff analog zum Schraubenzieher, drückte, schob und hebelte vergeblich. Da das bereits alles versucht worden war, beschlossen Frau Mutter und Herr Vater zugleich, das Gerät zu einem Fachmann zu bringen. Er würde schon Ahnung haben, wo man schrauben müsse, um an den SD-Slot so heranzukommen, daß man die arme Speicherkarte befreien könne. Allerdings wende ich mich nur ungern an die sogenannten Fachmänner, denn auch die werden keine anderen Mittel und Möglichkeiten haben, als ich nicht auch haben könnte.

Ich stülpte die Verlängerung wieder darüber, immerhin paßt das ja wie die Faust aufs Auge. Herr Vater meinte, er habe sich damit auch bereits vergebens versucht. Aber wie auch ich es zuerst mit dem Schraubenzieher auf eigene Faust versuchte, mußte ich auch hier selbst die Erkenntnis erlangen, ob damit dem Ziel näherzukommen sei oder nicht. Vermutlich fällt das auf den männlichen Stolz zurück. Erst, wenn man selbst etwas nicht schafft, gilt es für einen als unschaffbar - natürlich kann es dann auch kein anderer auf diesen Weg vollbringen. Daß der Mann damit falsch liegt, bewies sich ein weiteres Mal. [Vermutlich wird er dennoch weiterhin so agieren.] Nach einigem Verkanten, Vor und Zurück lockerte sich die Speicherkarte tatsächlich von der Halterung und fiel letztendlich aus dem Slot heraus.

Nach einer kurzen Erklärung an Frau Mutter, wie diese kleinen technischen Meisterleistungen funktionabel und zweckgebunden erfolgreich zu kombinieren sind, durfte ich mich endlich meinem geliebten Mosaik widmen und versank in der Welt der Abrafaxe.

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Freitag, 23. Oktober 2009
Heroismus und anderes
Heute Abend habe ich mir den Film Troja angeschaut. Natürlich fand ich die Kampfszenen, das Heroische spannend und faszinierend zugleich, aber der Grund für die entscheidende Auseinandersetzung hat mich dann doch ein wenig zum Nachdenken gebracht. Was wegen der Liebe doch für Schlachten geschlagen wurden und werden..

Es ist (beinahe) eine Ewigkeit her, als eine Frau zuletzt um mich geweint hat. Das Gefühl, als ein Held angehimmelt zu werden, kenne ich kaum noch - zumal der Inhalt von "Held" sich im Vergleich zur Zeit Trojas auch massiv unterscheidet. Dennoch ist dieses Gefühl nahezu unbeschreiblich schön. Irgendwie vermisse ich es.

Entsinnt man sich dann auf die Sagen und Mythen des Heroismus, stellt man ernüchternd fest, wie unbedeutend wir selbst doch sind. Man betrachtet sein bisheriges Schaffen, sein potentiell zukünftiges und stellt sich die Frage, wen es tatsächlich interessiert, beeinflußt, inspiriert. Weitergeführt fragt man sich, wer sich überhaupt für einen interessiert - den engen Familien- und Freundeskreis mal außen vorgelassen.

Das Individuum spielt für das Ganze keine Rolle, denn ihm es ist egal, um welches Individuum es sich gerade handelt. Dennoch besteht das Ganze aus einer Vielzahl von Individuen. Es gibt Momente, da will man das einfach ausblenden, daß jedes noch so kleine Puzzleteil für das Gesamtbild wichtig ist. Mitunter gibt es auch nur solche Momente. Allerdings haben wir anscheinend nur diesen einen Zweck, ein Ganzes zu ergeben. Diesem Schicksal kann man leider nicht entkommen.

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