Freitag, 25. Juni 2010
Hector
Die Geister-WG hat Nachwuchs bekommen. Und es ist endlich wieder ein Felltiger! Die Namensfindungskommission konnte nach einer mehrtägigen hitzigen Debatte endlich einen Namen präsentieren, der das Wesen möglichst treffend beschreibt: Hector - mutig, entschlossen, wild, mächtig und stark!

Hector

Er macht vor nichts und niemanden Halt, zeigt keine Angst und versucht, wirklich alles zu bezwingen - ganz gleich ob Mensch, Stuhl oder Pflanze.

Hector

Aber der Küchentiger kann auch anders, zeigt sich gern tollpatschig oder, wenn er mal durchatmen muß, ganz chillig. Mal sehen, vielleicht wird sogar noch ein Schmusetiger aus ihm.

Hector

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Mittwoch, 8. April 2009
Blickwinkel
Nach einem leckeren Abendessen, Salat mit Gurke, Tomate, Feta und Olive, und einem Glas Weißwein, gab es zum krönenden Abschluß noch einen Spielfilm zum Relaxen.
Diesmal fiel die Wahl auf 8 Blickwinkel. Durchaus sehenswert und spannend aufgebaut. Pünktlich zum Abspann, Mr. President war soeben nach Attentat und Schießerei doch noch gerettet, kam meine Mitbewohnerin rein und fragte mich, was draußen vor der Tür denn los wäre. Der Blick aus dem Fenster ließ mich die Film-Atmosphäre noch weiter aufrechterhalten. Insgesamt standen 4 SixPacks direkt unter unterem Fenster, dazu jede Menge Cops (zu deutsch: Polizisten). Leider konnte ich den genauen Grund nicht erfahren, schlußendlich wurden die vier Jugendlichen im HipHop-Style auf die 4 Wagen verteilt und weggefahren.

Obgleich kein TV im Haus, paßt hier der DSF-Slogan: Mittendrin statt nur dabei. Der Spielfilm kommt direkt vor's Wohnzimmer.

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Montag, 26. Mai 2008
I don't like mondays
Kennen Sie das auch? Es ist Montag. Sie wachen auf, es ist schon viel zu spät am Tage und beim Heben des Kopfes hämmert Sie ein Presslufthammer erbarmungslos wieder ins Kopfkissen zurück. Natürlich ist an solchen Tagen auch der Kühlschrank leer. Gut, ich hatte ihn gerade abgetaut, aber auch was noch auf ihm stand, reichte nicht aus, um den Tag irgendwie erträglicher machen zu können. Ich beschloß also, das Ganze ruhiger anzugehen und setzte mich an den Laptop. Nach ca. 1-2h mehr oder minder lethargischem Klicken versuchte ich es mit einer Dusche, um die Nadelstiche wegzuspülen.

Es ist Freitag. Nach einem anstrengenden Tag, die Nacht war viel zu kurz, gefolgt von einem ermüdenden Workshop und einer rasanten Autobahnfahrt, kam ich in den Abendstunden wieder in meinem vertrauten Gefilde an. Ich parkte den Wagen in der kleinen Seitenstraße, wo ich ihn nach Möglichkeit immer abstelle, eine der wenigen verbliebenen Non-Anwohnerzone-Parkmöglichkeiten. Samstag wollte ich ja dann endlich neue Sommerreifen kaufen. Die alten lagen müde im Kofferraum und auf der Rückbank und sonnen ihrer baldigen Entsorgung entgegen.

Manchmal kommt es aber anders und meistens als man denkt. Ich habe es am Samstag nicht mehr geschafft in meinem engen Zeitfenster das zu bewältigen, hatte abermals einfach zu wenig Schlaf und kostete daher jede erdenkliche Minute aus. Montag wäre ja auch noch ein Tag. Es folgten 4h Arbeit und eine gigantische Familienfeier mit aufregendem Programm, viel gutem Essen, Trinken bis zur Oberkante Unterlippe und natürlich jede Menge Verwandtschaft, die man ewig nicht mehr gesehen hatte.


Ich spülte den Schaum von den Haaren ab und irgendwie hämmerte jetzt noch etwas in meinem Schädel - ich parkte am Freitag das Auto trotz der Ankündigung eines absoluten Halteverbots für den Montag, da ich ja am Samstag das Ding eh wegkutschen wollte. Nur, dazu kam es nicht. Hastig trocknete ich mich ab, schlüpfte in die frische Wäsche und eilte zur besagten Seitenstraße und erblickte nichts. Weg. War ja klar. Warum machte ich mir eigentlich Hoffnungen?

Wenig später lief ich los, gastierte in der Mensa auf dem Weg zum Polizeirevier, weil ganz ungestärkt wollte ich das Kommende nicht ertragen müssen. So gut waren die Spaghetti Napoli dann leider doch nicht. Im Revier angekommen erklärte ich dem freundlichen Wachmann mein Anliegen, gab ihm die nötigen Informationen. Während er in seinen Computer hämmerte, versuchte mich eine ebenfalls dort wartende junge Dame aufzuheitern (?), indem sie mir erklärte, was mit meinem Auto alles passiert sein könnte - es sei jetzt ein Blumenkasten oder gar ein Grab für die Klostermönche. Meine anhaltenden Kopfschmerzen hinderten mich allerdings, diese interessante Theorie mit ihr zu vertiefen. Ich verabschiedete mich freundlich und spazierte ans andere Ende der Stadt, um mein Auto abzuholen.

Ca. 30min später - es war glücklicherweise nicht ganz das andere Ende - dort angekommen, tätigte ich meine Unterschriften, zahlte die 30€ Verwaltungsgebühren in bar und die restlichen 100€ Abschleppgebühren per Karte. PIN falsch. Nochmal. PIN falsch. Damn! Gerade in solchen Momenten rockt das gewaltig. Das andere Konto wartete noch auf das Monatsende, bis es wieder liquide genug ist, es gab also keinen Weg, die Sache per eCash zu begleichen, denn die PIN ruhte sicher 30km weit entfernt. Mir fiel glücklicherweise ein, daß ich noch einen nigelnagelneuen grünen 100€-Schein in meiner Wohnung hatte, der ja genau ausreichen würde. Die Frau hinterm Thresen freute sich mit mir und lieh mir sogar 5€, damit ich mir ein Straßenbahn-Ticket kaufen konnte. Ca. 1h später kam ich dann erschöpft wieder dort an, überreichte den Schein und bekam mein Auto zurück. Den Sommerreifenkauf verschob ich nun abermals.

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Sonntag, 3. Februar 2008
Kellergeist
Ich wohne seit Juni/Juli 2006 zusammen mit Flummi in einer schönen Dreiraumwohnung in der nördlichen Innenstadt. Daß direkt vorm Fenster die Straßenbahn entlangfährt, stört mich nicht. Allerdings befindet sich direkt gegenüber ein regelrechter Kellergeist - eine Kneipe mit dem ungezügelten Hang zur Discothek.

Direkt nach dem Einzug, also am ersten WE in der neuen Wohnung, konfrontierten das erste Mal unser Bedürfnis nach Nachtruhe (und wir sind Nachtschwärmer!) mit dem Bedürfnis des Kellergeists nach lauter Musik. Gegen halb vier Uhr morgens etwa gingen wir nach drüben und suchten den fruchtbaren nachbarschaftlichen Dialog. Auf meine eigentlich harmlos scheinende Frage, wie lange denn noch so laut Musik zu erwarten wäre, konterte der Kellergeist, er habe eine Genehmigung vom Ordnungamt, ich könne ihm rein gar nichts und es bringe ebenso wenig, die Polizei zu rufen. Leicht verdutzt über dessen Kompromißbereitschaft, versuchte ich ihm nochmals klar zu machen, daß mich seine Genehmigung eigentlich gar nicht interessiere und ich nur wissen wolle, wann ich denn in Ruhe schlafen könne. Sein unverkennbarer Alkoholpegel scheint seine Auffassungsgabe irritiert zu haben, erst nach meinem dritten Versuch bot er uns an, die Musik etwas leiser zu drehen. Die Fenster und Türen müsse man auf haben, weil es ja so warm im Raum wäre, aber man könne die Tür auch schließen. Das stelle kein Problem dar.
Mit gemischten Gefühlen verließen wir das Schlachtfeld und stellten auch nach sieben Uhr morgens noch schlafhindernde Bässe von gegenüber fest. Gegen acht schlief ich.

In den nächsten Wochen, Monaten und Jahren kam es desöfteren zu solchen lauteren Nächten, dann und wann wurde die Polizei gerufen, mit welcher er jedesmal heftig diskutierte, hektisch mit den Armen fuchtelnd gestikulierte und ab und an in unsere Richtung (also zum Haus gegenüber) zeigte, als müssen die Polizisten nicht ihn besuchen sondern seine Nachbarn, die ja offensichtlich nur simulieren, denn so laut sei seine Musik bestimmt nicht (und er habe ja eine Genehmigung). Danach drehte er die Musik dennoch etwas leiser und verschonte uns bis zum nächsten Mal.

Zu Silvester 2006 - wir blieben zuhaus, da uns der ganze Rummel doch etwas auf den Senkel geht - gab's die zweite Konfrontation zwischen dem Kellergeist und uns. Ich, in meiner schier endlosen Güte, prostete ihm zum Jahreswechsel vom Fenster aus zu. Er stand, wie seine Gäste, draußen vor seiner Kneipe und jagte pyrotechnische Erzeugnisse noch und nöcher in die Umgebung. Dabei hat er uns Zuschauer wahrgenommen und mein Prosit wohl mißverstanden. Er schaute uns an und führte seine Hand am Hals entlang, beendete diese Geste mit dem Zeigen des Mittelfingers. Ich ließ von einer Anzeige ab, wüßte auch nicht, ob dergleichen Sinn machte.

Heute hat es mich dann gepackt und ich versuche mein Glück bei der Stadt. Nach einigem Suchen fand ich auf der Stadt-Homepage einen möglicherweise Verantwortlichen. Ich nutzte die neuartige Kontaktfunktion und schrieb ihm eine E-Mail. Ich bin wahrlich gespannt, ob und was er mir darauf antworten wird.

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